Diese Woche fand die LEARNTEC, Messe und Kongress für professionelle Bildung, Lernen und IT, kurz, für E-Learning und neue Entwicklungen im Web- und App-basierten Lernen, z.B. dem M-Learning (Mobile Learning) statt.

die webagentin war dort für zwei Tage und durchlief eine Berg- und Talbahn zwischen Enttäuschung und Begeisterung. Eines der Kongressthemen war Serious Gaming, Lernspiele, die das Lernen unterhaltsam gestalten. Ziel von Serious Games im Rahmen von Lerneinheiten und Kursen ist es, das Lernen nachhaltiger zu gestalten. Das Gehirn, insbesondere, wenn es reizüberflutet und immer wieder abgelenkt ist, vergisst schnell, wenn es nur reine Fakten in Form von Texten, Vorträgen und Aufgabenstellungen vermittelt bekommt – gleichgültig, ob diese analog oder digital vermittelt werden. Buch, PDF oder Powerpoint-Präsentation kommt ungefähr derselbe Nachhaltigkeitsfaktor zu, nämlich ein geringer.

Wesentlich gesteigert wird die Merkfähigkeit des menschlichen Gehirns durch Emotionen, die das Erlernen des Stoffs begleitet haben, vor allen Dingen durch positive Emotionen, die der Mensch gerne erinnert. Dabei muss die Emotion nicht direkt an den Stoff gekoppelt sein. Wir lernen bei Lehrer/innen, die wir mögen, mehr und besser als bei solchen, die wir nicht mögen, wohingegen eine Atmosphäre, die von Angst und Langeweile geprägt ist, den Lernerfolg schmälert. Diese Regel gilt für jedes Alter. Auch Lachen und Spaß gehören zu den Emotionen, die die Merkfähigkeit steigern. E-Learning kann daher nur nachhaltig sein, wenn neben Fakten auch eine Atmosphäre bereit gestellt wird, die bindende Emotionen erlaubt und fördert. Der Emotionsfaktor von einfliegende Spiegelstrich-Fakten und Avataren, die Texte von Telepromptern lesen, ist denkbar gering. Wer spielt, lässt sich hingegen meist emotional fesseln und wer Spaß hat, erinnert die vermittelten Fakten einer Lerneinheit besser.

Immer mehr E-Learning-Anbieter, das war auf der LEARNTEC zu beobachten, bieten daher die Konzeption von Serious Games oder von Spiel-ähnlich konzipierten Lernumgebungen. Ein sehr schönes Beispiel, mit dem ich nun meinen halben Sonntag vormittag verbracht habe, ist der auf der LEARNTEC vorgestellte virtuelle Supermarkt der E-Learningsparte des Deutschen Fachverlags Mediadidact. Erstens weiß ich nun, dass ich weit davon entfernt bin, einen Supermarkt zu bestücken (schon beim Obst bin ich an der Prüfung gescheitert) und zweitens ist der Supermarkt ein überzeugender Beweis dafür, dass E-Learning den Kinderschuhen endgültig entwachsen ist.

Der virtuelle Supermarkt ist kostenlos für alle Interessierten und potentiellen Supermarktbetreiber zugänglich – http://www.virtuellersupermarkt.de.

Virtueller Supermarkt Screenshot

Und einen schönen Sonntag noch.

LEARNTEC: E-Learning raus aus den Kinderschuhen
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