Wahrscheinlich wissen die wenigsten Menschen, dass heute der Weltputzfrauentag ist. Aber einige wissen es doch und z.B. die SPD-Fraktion im Bundestag nahm den Tag zum Anlass um auf die schlechten Arbeitbedingungen – schlecht bezahlt und schlecht sozialversichert – hinzuweisen. Die Geschichte zum Weltputzfrauentag ist eine echte Web2.0-Geschichte. Die Autorin zahlreicher Krimis und Kinderbücher, Gesine Schulz, nahm den Geburtstag einer ihrer Romanheldinnen, die Privatdetektivin und Putzfrau Karo Rutkowsky, und trug ihn auf der Gedenktagliste von Wikipedia als Weltputzfrauentag ein. Das war im Jahr 2004. Von Jahr zu Jahr gibt es an dem Tag mehr Medienecho, das Gesine Schulz in Ihrem Twitter-Account dokumentiert. So weit ist das ziemlich gute, kluge und ziemlich effektive, dazuhin noch in diverse Richtungen wirksame Web2.0-PR: erstens für die Putzfrauen dieser Welt und zweitens für die Autorin. Befindet man sich auf der Wikipedia-Gedenktagliste, wird sogar der Name der Autorin erwähnt und die Entstehungsgeschichte kurz geschildert – was allerdings fehlt, ist ein Wikipedia-Eintrag zu Gesine Schulz, die, wie in solchen Fällen üblich, in roter Farbe verlinkt ist. Hey, Frau Schulz, diese Chance sollten Sie nun wirklich nicht ungenutzt lassen, auf zu Wikipedia, schreiben Sie einen Eintrag mit Verweis auf die Literaturliste, auf die Rolle als Erfinderin des Weltputzfrauentages und auf die wichtigsten Titel – das nützt erstens Ihnen und zweitens den Putzfrauen – gut verteilte Redundanz ist im Web2.0 weder Schwäche noch falsche Eitelkeit, sondern ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Weltputzfrauentag oder beinahe richtig gutes Social Media Marketing
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