Kaum hat es Deutschland geschafft seine Hochschulwelt so weit umzumodeln, dass es auch hierzulande ganz offiziell Eliteuniversiäten gibt, an denen eine Elite für Wirtschaft und Politik ausgebildet werden soll, da gibt Bill Gates – der sein Havard-Studium zugunsten der Gründung von Microsoft einst abbrach – zum Besten, dass die Idee der Elite-Uni von Gestern ist. Auf der Techonomy-Konferenz in Lake Tahoe prophezeite er, dass in 5 Jahren die besten Vorlesungen allemal im Internet zu finden seien und Lernende sie auf diese Art uniübergreifend selbst für ihren Stundenplan beliebig zusammen stellen können. Diese vorhergesagte Entwicklung wird noch einige Kontroversen hervorrufen. Wie wäre das denn? Die besten Unis stellen ihre Vorlesungen allesamt online und kostenfrei zur Verfügung, so dass alle weltweit daran teilnehmen können. Geld spielt für diese Ausbildung keine wirklich tragende Rolle, gefördert werden also auch die Intelligenz-Eliten in Dschibuti, Indonesien, Peru und der Mongolei. Keine Hürden mehr für Bildung, am Ende gibt es eine Abschlussprüfung und mit diesem Abschluss in der Tasche können sich dann alle überall auf der Welt um die besten Jobs bewerben. So bekommen die Besten die beste Ausbildung und die besten Jobangebote die besten Bewerber/innen. So kommen auch nach Deutschland die Besten und Sarrazins Prophezeiung, wir schafften uns ab, wird am Ende wahr, aber auf ganz anderem Niveau.

Gates hat im Übrigen z.B. mit dem Projekt Tuva schon seit einiger Zeit damit begonnen, die Verwertungsrechte von Vorlesungen zu erwerben. Damit ist er – der mit Microsoft das Internet in den 90er Jahren ja zunächst glatt verschlafen hatte – in diesem Fall ganz unglaublich auf der Höhe der Zeit: Die nächste Globalisierungswelle wird die der Bildung und Ausbildung sein. Was das bedeutet, lässt sich bisher nur spekulieren, aber Bill Gates tut sicherlich nichts falsches, wenn er sich in Sachen Bildung schon einmal in die erste Reihe stellt.

Lernen von Morgen: Elite-Unis waren Gestern
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