10 Tipps, was Sie machen können, wenn Sie Ihren Urlaub offline verbringen

Stellen Sie sich vor: Sie haben die Tipps für einen NSA-freie Zeit im Urlaub im Groben befolgt. Nun befinden Sie sich irgendwo auf dieser Welt, eventuell aber, da Sie ja visumfrei reisen und nicht fliegen wollten, irgendwo in Europa. Vorzugsweise an einem schönen Ort, in den Bergen, am Strand, an einem See, im Wald, in einer pulsierenden und aufregenden Metropole oder auch in einer geschichtsträchtigen mittelgroßen Stadt voller uralter Steine und hervorragender Restaurants mit lokaler Küche.

Also alles ganz wunderbar, Urlaub vom Feinsten – nur: da Sie Ihr Handy, Tablet und Computer ja zuhause gelassen haben und Internetcafés meiden, können Sie all das niemandem erzählen. Kein Tweet, kein geteiltes Foto bei Facebook, kein Blogbeitrag, über die Sie Ihr Glück mit anderen digital teilen können.

Halten Sie das aus?

Erinnern statt posten

Hier einige Tipps, die Ihnen helfen, die neuartige Abgeschiedenheit zu genießen:

  1. Ein Café-Besuch ohne Smartphone. Sie werden staunen, was Sie alles sehen und wahrnehmen, wer Sie anspricht, mit wem Sie ins Gespräch kommen, wenn Sie den Blick nicht immer schräg nach unten auf ihr Smartphone oder Tablet geheftet haben.
  2. Wenn Sie telefonieren müssen – suchen Sie nach Telefonzellen. Diese sind im Aussterben begriffen – nutzen Sie die letzten existierenden Exemplare. Fragen Sie Einheimische nach der nächsten Telefonzelle, Sie werden sich wundern, mit wie vielen Menschen Sie plötzlich sprechen und wer Ihnen bei Telefonzellen-Mangel die Nutzung des eigenen Handys anbietet.
  3. Wenn Sie zusätzlich ohne Kamera unterwegs sind – fordern Sie Ihre Erinnerungsfähigkeit. Wenn sich der Reflex meldet „Das würde ich gern fotografieren“, betrachten Sie die Szenerie, die Landschaft, das Licht ausführlich. Machen Sie sich Details bewusst und speichern Sie das Bild in ihrem guten alten analogen Hirn.
  4. Bereichern Sie dieses mental aufgenommene Bild um Geruchseindrücke. Gerüche sind der wichtigste Träger von Erinnerungen. Sie werden noch jahrelang, wahrscheinlich sogar ihr Leben lang von diesen olfaktorischen Erinnerungen zehren können. Der Geruch eines blühenden Lavendelfelds, der Geruch der Straßen von Paris morgens um 7, wenn die Straßen gespült werden, der Geruch von Wald im Hochsommer, einer Wiese nach einem Gewitter, einer andalusischen Stadt in der Mittagshitze, von Hochgebirgsluft, eines nordischen Sees am ewig hellen Abend – sie werden Ihr Smartphone nicht vermissen.
  5. Geräusche – nehmen Sie Geräusche bewusst wahr. Lärm, Menschengeschrei, donnernde Lastwagen, Vogelgezwitscher, Meereswellen, Wind in Bäumen, Stimmen, Türknarren, Regen, Insekten, das Klingeln fremder Handys, klirrende Gläser, bellende Hunde, klackernde Absätze und manchmal auch die plötzliche Stille.
  6. Da sie ja nichts posten, liken oder sharen können – sprechen Sie mit den Menschen, die Sie umgeben, egal wo. Sie werden überrascht sein, wie schnell sich auch offline kleine Netzwerke konstituieren.
  7. Wenn der Drang, Dinge zu posten gar zu groß ist – schreiben Sie auf Papier, z.B. in ein Notizbuch, was Sie bewegt. Oder nehmen Sie eine Packung Post-its mit und posten diese einfach an die Wand Ihres Hotelzimmers, Ihrer Ferienwohnung etc. Eventuell lassen Sie diese Posts einfach hängen, wenn Sie abfahren. Dann liest der Nachmieter, nicht aber die NSA mit.
  8. Da Sie ja nun keine Spiegel-Online-App haben – wenn Sie der Landessprache mächtig sind, kaufen Sie sich eine lokale Zeitung, ansonsten kaufen Sie eine deutsche Tageszeitung und lesen Sie sie von vorne bis hinten durch. Gerne auch drei Tage später. Das relativiert die angebliche Wichtigkeit aktueller Meldungen enorm. Lesen Sie Bücher, solche auf Papier.
  9. Bewegen Sie sich, am besten draußen. Wandern Sie, schwimmen Sie, fahren Sie Fahrrad, machen Sie Yoga, Taiji oder QiGong. Rennen Sie, hacken Sie Holz, reiten Sie, tanzen Sie, segeln Sie, fahren Sie Skateboard oder mit Inline Skatern, klettern Sie. Atmen Sie.
  10. Sitzen Sie einfach nur da und schauen Sie Löcher in die Luft. Der Erholungseffekt wird Sie beeindrucken. Andere Kulturen nennen das Meditieren.
    Warum auch nicht?

Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren Urlaub!

Zu Teil 1 – Ich bin ja so gläsern – Teil 1

Zu Teil 2 –  Ich bin ja so gläsern! Teil 2 – 10 Tipps für einen Urlaub von der NSA

Stell dir vor, es geht dir prima und keiner weiß es – ich bin ja so gläsern Teil 3
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One thought on “Stell dir vor, es geht dir prima und keiner weiß es – ich bin ja so gläsern Teil 3

  • 22. Oktober 2013 um 9:20
    Permalink

    Köstlich, Frau Buttgereit.
    Nur um Teil 2 mit der Telefonzelle würde ich mich eher drücken, das wäre mir etwas zu nervig 😉

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