Startup-Arena auf der Learntec 2019 - © die webagentin

Nun sitze ich wieder in meinem Büro in Berlin. Was habe ich gelernt auf der Learntec?

  • Eine neue Vokabel: disruptiv. Braucht man doppelt. Einmal, um zu beschreiben, warum unsere Zeiten so anstrengend sind – schließlich werden wir alle gerade digitalisiert.
    Und zum anderen muss man disruptiv sein, wenn man als Startup das Lernen doch noch einmal neu erfinden möchte, obwohl alle wissen, dass man Lernen nur erleichtern, effektiver gestalten, besser organisieren etc. kann.
    Eigentlich war disruptiv vor 10 Jahren das große Buzz-Word, aber da das Thema Weiterbildung inzwischen überall angekommen ist, auch in der Politik, im Handwerk, in KuM-Unternehmen, bei Lehrer*innen und in Verwaltungen, ist es noch einmal auferstanden.
  • Dass VR Übelkeit hervorrufen kann. Und dass VR für manche Lernbereiche extrem hilfreich ist. Überall da, wo Situationen nicht oder nur mit großem real hergestellt und trainiert werden können – z.B. in der Piloten-Ausbildung, beim Verhalten in Katastrophenfällen, bei Umrüstungen von Maschinen etc. wird VR sicherlich Standard werden. Wobei ich schon vor mir sehe, wie in einigen Jahren Trainings und Seminare beworben werden mit USPs wie „Mit echter Trainerin, kein VR-Avatar!“ oder „Rollen-Übungen mit wirklichen Menschen, RW-Diskussionen und -Feedback“ (RW=RealWorld).
  • Dass in der technischen Lernwelt mehr Frauen arbeiten als in anderen technischen Welten, die Gläserne Decke aber auch hier existiert. Da gab es eine tolle Startup-Arena, wo Startups 10 Minuten Zeit hatten, ihre Idee in einem Boxring zu präsentieren. Eine Jury aus drei Personen sollte die besten Startups auszeichnen. Alle drei Männer. Geht’s noch? „Wir konnten keine Frauen finden“, hieß es. Was für ein Bullshit. Wer heute eine Frau sucht, findet immer mindestens eine – in jedem Bereich. Wo ein Wille ist, ist immer auch mindestens eine Frau.
  • Dass institutionalisiertes und top-down-organisiertes Lernen im Arbeitsalltag (WPL = Wordplace Learning) keine sehr große Rolle spielen. Wichtiger sind Learning by Doing, Kommunikation und Feedback von Mitarbeiter*innen und Vorgesetzten sowie selbstständige Internet-Recherche. Und das Recht, Fehler machen zu dürfen. Jane Hart, britische Lern-Expertin brachte es wunderbar auf den Punkt: Anstatt in bessere Trainings und Workshops zu investieren, sollten Unternehmen die Situationen erleichtern und unterstützen, in denen Mitarbeiter*innen schon jetzt am meisten lernen.
  • Dass wir wohl an eine sprachlichen Grenze stoßen, was den Begriff „Lernen“ anbelangt. Der ist wirtschaftlich und gesellschaftlich so wichtig geworden, dass man unterscheiden muss zwischen
    – theoretisches Wissen ansammeln,
    – sich neue Rollen in neuen Arbeitsprozessen aneignen,
    – immer mehr Erfahrung haben,
    – Vokabeln lernen,
    – Technik, Prozesse und Entwicklungen verstehen
    – …
  • Dass ich mir ein neues Headset für meine Webinare kaufen muss und mein Laptop so hoch stelle, dass ich nicht nach unten in die Kamera schauen muss (danke, Alexandra Hagemann, das war ein super Input!)

Beitragsbild: Sofia Gertzen von miraminds bei ihrem super Startup-Slam in der Startup-Arena

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