Was ich über die Farbe Grau geschrieben habe, lässt sich eins zu eins auf den Regen übertragen: Es gibt ihn in unendlich vielen Variationen von in der Luft stehendem dicken Nebel über Niesel, Bindfadenregen, Dauerregen bis hin zu heftigen Regengüssen. Und er kann unter Einsatz all dieser und weiterer Spielarten auch mal 7 Tage ununterbrochen andauern. Die erste Touristenanschaffung ist folglich ein Regenschirm, bevorzugt das Modell des innen mit Alu beschichteten Schirms. Der lässt sich, sobald es aufreißt und die Stadt sich schlagartig anfühlt wie ein römisches Dampfbad, gleich als Sonnenschirm verwenden.

Nun bin ich so deutsch, dass ich mit dem Grundsatz aufwuchs, es gäbe kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Kleidung. Na ja. Manch unhinterfragte Kindheitsweisheit muss man eben im Laufe des Lebens aufgeben – Reisen beispielsweise bildet und belehrt bisweilen eines Besseren. So starte ich trotz Regen einen Ausflug in das nahe gelegene Naturschutzgebiet Yang Ming Shan. Schwefelquellen, tolle Landschaftsansichten und ein sensationeller Blick auf Taipei sind versprochen – und Kirschblüte ist ja schließlich auch gerade. Kirschblüten sehe ich tatsächlich. Was ich noch sehe, gibt viel Material für meine Beschäftigung mit der Farbe Grau:

Cross the Hands – Kirschblüte im Regen
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