Dem Spiegel zufolge hat die weltgrößte Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ein Papier verfasst, in dem sie ankündigt, dass die Agentur gegen das mannigfache Zitieren, Verlinken und wilde Verbreiten ihrer Nachrichten und Artikel insbesondere in sozialen Netwerken, bei Google, bei Wikipedia und bei Twitter vorgehen möchte. Konkret denkt man bei AP darüber nach, auf alle Zitate ab 5 Wörtern, insbesondere auch das Zitieren von News-Titeln, eine Nutzungsgebühr zu erheben. Gleichzeitig sollen alle von AP verbreiteten News mit einer Art Sender versehen werden, der AP zurückmeldet, wer die News liest, zitiert, kopiert.

Das klingt einerseits absurd, andererseits zeigt es erneut, dass in der Welt des Journalismus und der Publikation seit Web2.0 nichts mehr so ist wie es einmal war. Vor allem wird nichts so bleiben, wie es bisher war. Ein gewisses Unwohlsein ruft bei mir der Eindruck hervor, dass die Ideen und Strategien traditioneller Medien hinsichtlich Web2.0 meist erzkonservativ sind und letztlich auf dem Prinzip von Überwachen und Strafen fußen. Kreative, neue Ideen kommen nur von den Web2.0-Akteuren – die sich dann auch mit weit größerem Erfolg umsetzen als die traditionellen Medien und Medienhäuser die eigenen Kontrollphantasien. Man wird das Web2.0 nicht mit Kontrollmaßnahmen in den Griff bekommen. Tatsächlich ist es höchste Zeit für die klassischen Medien, sich zu Web2.o auch 2.0-Strategien zu überlegen. Sie müssen mit und nicht gegen Web2.0 arbeiten.

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