Google, Facebook, Apple und Microsoft sind für mich die Giganten der Internet-Szene – weitere Unternehmen, auch Amazon, E-Bay und Twitter entwickeln sich tendenziell eher reaktiv. Sie reagieren schnell, flexibel und mit ausgeklügelten Lösungen auf Trends und Tendenzen und verbessern ihre Websites, Funktionen und Dienstleistungen ständig. Die großen Würfe, ob sie einem nun gefallen oder nicht, kommen jedoch von den Big4. Sie treiben Entwicklungen voran, scannen den Markt so gut, dass sie alles, was Start-Ups an vielversprechenden Innovationen entwickeln, entweder aufkaufen oder in eigener Entwicklung integrieren. Alle 4 haben Schwerpunkte, die sich aber in großen Schnittmengen mit den Angeboten der jeweils anderen überlappen. So kam 1998 der erste iMac auf den Markt, revolutionär war neben dem Bonbon-Design mit Ufo-Anmutung vor allem der Verzicht auf Diskettenlaufwerk und SCSI-Schnittstellen.

erster Apple iMac 1998
Quelle: Wikipedia

Man vertraute auf die Weiterentwicklung des Internet daran, dass Dateien zukünftig nicht mehr per Diskette hin und hergetragen und versendet, sondern schlicht per E-Mail gesendet oder per FTP zur Verfügung gestellt werden würden. Apple hat diesen Weg konsequent weiterverfolgt und bei der entwickelten Hardware von MacBook Air bis iPhone und iPad auf immer mehr Schnittstellen, die nicht dem Zweck der Verbindung mit dem Internet dienen, verzichtet. Gleichzeitig ist das Unternehmen mit der iTunes AppStore und iBookstore zu einem der Großen im Download-E-Commerce aufgestiegen und somit Hardwareproduzent, Software-Produzent und E-Commerce-Anbieter.

Nun kündigt Google – ein Unternehmen, dessen Kerngeschäft das Betreiben einer Internet-Suchmaschine und das dadurch ermöglichte Anzeigengeschäft ist – ein Netbook an, das mit dem Betriebssystem Chrome ausgestattetes ist, letztlich also das Betriebssystem durch einen Webbrowser mit erweiterten Offline-Funktionen ersetzt. Das Gerät verfügt über ein Touch-Display und hat keinerlei Laufwerke mehr und verzichtet auf eine Festplatte. Nach Google Apps ein weiterer Schritt in Richtung konsequentem Cloud Computing, ein Weg, den Google mit eigenen Web-Software Entwicklungen und in den letzten Jahren vor allem auch durch die Weiterentwicklung des Browsers Chrome immer vorangetrieben hat. Google ist also Suchmaschinen-Betreiber, Software-Entwickler und Hardware-Entwickler. Microsoft wird im nächsten Jahr die gesamte Office-Suite als Cloud anbieten, Facebook drängt mit der Entwicklung eines eigenen E-Kommunitionsprogrammes dahin, seinen Usern das Verlassen der Facebook-Seite immer überflüssiger erscheinen zu lassen. Für die User soll Internet und Facebook gleichbedeutend gemacht werden.

Screenshot ChromeOS
ChromeOS-Oberfläche ist ein Browserfenster mit Apps (Bild: Google)

In diesem Fall, wo sich 4 um die WWWeltherrschaft streiten, wird es kaum den lachenden 5. geben. Eigentlich kann der Rat nur lauten, tut alles, um das Gleichgewicht des Schreckens aufrecht zu erhalten. Sucht mit Bing, arbeitet mit Google Docs, kommuniziert mit Facebook und tut das alles mit einem schicken MacBook. Oder geht den steinigen Weg von OpenSource, Linux, Gnu etc.. Aber wer will schon immer draußen bleiben müssen?

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