„Ich kaufe mir einen Computer“, sagte meine beste Freundin. 

„Das ist nicht wahr, das tust du nicht. Das ist verrückt. Damit will ich nichts zu tun haben“, sagte ich.

Wir schreiben das Jahr 1987 und ich war dagegen. Ich war dagegen, weil mir der persönliche Besitz eines Computers das Anfang vom Ende menschlicher Zivilisation einzuläuten schien. Schöne neue Welt. Wo kämen wir da hin, wenn auf jedem Schreibtisch so ein Ding stünde? Absurd. Ich war so zutiefst dagegen, dass beinahe unsere Freundschaft daran zerbrochen wäre.

Ein Jahr später musste ich über Nacht eine Hausarbeit schreiben, von der bis dahin nur Fragmente auf losen Zetteln existierten. Mein Vater hatte sich gerade den Computer eines Freundes geliehen und schlug mir vor, damit zu arbeiten, das ginge bestimmt schneller. Ich fürchtete, dass er Recht haben könnte und setzte mich an diesen Schneider-Computer, der ohne Festplatte, nur mit zwei Disketten funktionierte. 

Am frühen Morgen war die Hausarbeit fertig und ich begeistert. Ich hatte Copy & Paste entdeckt. Meine fragmentarische Zettelsammlung hatte ich digitalisiert und so lange neu sortiert, bis der Text den Sinn ergab den ich bis dahin selbst nur geahnt hatte. 

Ich denke, das war der Moment in meinem Leben, in dem die webagentin das erste Lebenszeichen von sich gab.

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Storytelling – die Geburt der webagentin

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